Vernetzte Kommunikation auf Flughäfen: Projekt E-Cab
Geschrieben von Christopher Quente am 9. Oktober 2006.
Kategorien: Allgemein, Inspirationen, Technik-Entwicklung
Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Europäischen Union arbeiten über 30 Partner aus Industrie und Wissenschaft daran, die mobilen Devices der Fluggäste mit den Rechnern der Fluggesellschaften zu einem digitalen Netz zusammen zu schalten. Insbesondere den Mobiltelefonen und drahtlos kommuniziernden Rechnern der Passagiere kommen dabei eine besondere Rolle zu.
E-Cab steht laut Süddeutscher Zeitung vom 7./8.2006 als Projekttitel offiziell für:
"(…) elektronisch ausgestattete Kabine und zugehörige Logistik für verbesserte Passagierdienste und Effizienz der Betreibsabläufe".
Mit anderen Worten: Mit Hilfe des digitalen Netzes zwischen den Rechnern sollen die Passagiere in Zukunft schneller abgefertigt und Gepächstücke besser verfolgt werden können. Dazu müssen allerdings die Mobiltelefone , PDAs und Notebooks der Reisenden erst mit speziellen Programmen ausgestattet werden, welche eine stabile Verbindung zu den Computern im Check-In-Schalter, zu den Buchungsservern oder den Rechner an Bord des Flugzeugs zulassen. Lange Warteschlangen sollen unter anderem durch den Einsatz von E-Tickets vermieden werden, welche am Schalter auf das mobile Device des Passagiers gesendet werden, um dann später an der Boarding-Schranke aus dem Gerät wieder ausgelesen zu werden. Das Auffinden verlorener Koffer soll zukünftig über RFID-Chips besser koordiniert werden, die beim Einchecken auf das Gepächstück geklebt werden. Außerdem sollen die Reisenden weitere Funktionen nutzen können, wie z.B. Ihre Menü-Wünsche an den Bordrechner des A380 übermitteln. Das alles ist im Gedankenansatz nicht neu, nun werden diese Ideen jedoch erstmals konsequent gemeinsam vernetzt. Die technische Herausforderung liegt laut dem Bremer Informatikprofessor und Projektleiter Jan Peleska darin, alle Geräte miteinander kommunizieren zu lassen.
Wir sehen: Die Idee der Vernetzung der mobilen Devices und digitalen Assistenten mit denen der Unternehmen nimmt bereits deutlich Gestalt an, auch wenn hier zunächst sicherlich nicht an eine kommerzielle, werbliche Verwertung gedacht ist. Wir können aber festhalten, dass sich die Konsumenten über solche ubiquitären Anwendungen, in kürzester Zeit an den Umgang mit diesen Technologien – wie RFID, E-Tickets, das Herunterladen von Zusatzprogrammen für das Handy, die beiläufige Nutzung vieler Dienstleistungen – gewöhnen werden. Das ist gut für uns. Besonders, wenn wir in Zukunft Geschichten auf neue, überraschende Art und Weise erzählen wollen.
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