Neue Interaktion für mobile Games: lernen von der Nintendo Konsole Wii
Geschrieben von Bosse Kuellenberg am 22. Dezember 2006.
Kategorien: Allgemein, Inspirationen, Technik-Entwicklung
Mobile Gaming auf dem Handy hat sich zu einem ernst zu nehmenden Geschäft für die Spielebranche entwickelt.
Doch wer erfolgreich werden (oder bleiben) möchte, macht sich frühzeitig Gedanken zu neuen Spielkonzepten. Durch vielfältige Schnittstellen (Bluetooth, Infrarot, Wlan, GSM, GPS, Mikrophon, Videokamera, Foto, etc.) bietet das Mobiltelefon heute eigentlich tolle Möglichkeiten diese zu nutzen. Tja – in der Theorie eben. In der Praxis sieht es leider noch ganz anders aus, da die Kosten für solche Ideen oft zu hoch sind und die Kompatibilität zu verschiedenen Handys leider oft noch zu gering.
Spannende Projekte gibt es natürlich, wie die Siemens Entwicklung des ARG Elfmeter-Schiessens oder spannende Augmented Reality Prototypen von Daniel Wagner, Doktorand an der Technischen Universität Graz.
Weitere Anregungen kann man sich durchaus bei der neuen Nintendo Konsole Wii holen. Im Rahmen eines Projektes von trnd.com haben wir schon vor der offiziellen Markteinführung ein Exemplar der Konsole zum Test gestellt bekommen und sind wirklich begeistert! Die Bedienung ist intuitiv und lässt einen immer wieder staunen. Auch darüber, dass man die Gamer überhaupt so lange mit dem Prinzip von Joystick, Mausbediengung oder Gamepad bei der Stange halten konnte. Es war also ein cleverer Schachzug von Nintendo dem Hype um noch bessere Grafik zugunsten cleverer und kreativer Spielkonzepte und einer innovativen Handhabung abzusagen. Gratulation! Über den großen Erfolg beim Abverkauf freue ich mich sogar sehr, denn er weist auch anderen Entwicklern mal wieder den richtigen Weg!
Mal sehen, ob die Konkurrenz es sich erlauben kann, auf diesen Zug NICHT aufzuspringen.
Nintendo nutzt die Innovation übrigens auch, um neue Zielgruppen anzusprechen. Der neue Gamer ist smart und so garnichts vom Klischee des "Nerds", wie uns Nintendo auch in ihren Promotionvideos beweist.
Für die Markteinführung wurde daher auch auf ein dementsprechendes Konzept gesetzt, das nicht neu aber immer noch passend ist: exklusive Wii Cribs, die nur durch Mundpropaganda beworben werden. Diese Cribs finden sich in Hamburg, München und Berlin und bieten jeden Abend die Möglichkeit in einem schicken Ambiente ungezwungen ein wenig auf der Konsole zu "daddeln". Eine echte Alternative zum gelegentlichen Besuch im Fitnessstudio wie wir aus eigener Erfahrung sagen können.
Voraussetzung: Man muss wissen WO sie sich befinden und im Idealfall den Besuch vorher telefonisch ankündigen. Aber dafür gibt es kleine Plastikkarten – die sogenannten Wii ip Cards, die man auch gerne im Freundeskreis weitergeben darf.
Kommentare
4 Kommentare auf “Neue Interaktion für mobile Games: lernen von der Nintendo Konsole Wii”:
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also mal ganz ehrlich - was soll man sich denn da für ideen holen beim Wii Konzept? War auch in der Crib und geb dir Recht-völlig geiles Spielfeeling u.s.w. Aber dazu brauchste eben die Interaktion mit dem Controller und `nen möglichst grossen Screen! Also da erklär mal, wie Du das mit Handy in Verbindung bringst?
Ist sowas von unlogisch, ich erwarte da echt anderes von Dir-dieser Beitrag ist doch für `s Pensum oder keine Ahnung.
Sorry, aber das musst ich loswerden.
Nun… Ich bezweifel, dass es dem Autor darum ging, das WII-Konzept 1 zu 1 auf das Handy zu übertragen. Nichts desto trotz wäre es aber denkbar, dass die Interaktion mit dem Game durch leichtes Bewegen des Handys geschieht (entsprechende Hardware vorausgesetzt). Oder (wie beim ARG Elfmeter-Schiessen) virtuelle Spielelemente via Handykamera mit der realen Welt gemixt werden. Oder bei einem Multiplayer-Game die Spieler zusätzlich via Sprachverbindung kommunizieren können (bei einem Handy wäre das ja irgendwie naheliegend). Oder oder oder… Fakt ist: Ein Handy bietet schon heute unwahrscheinlich viel Potential, das noch nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft wird.
Hallo Bennie!
Sorry für die späte Rückmeldung, ich bin gerade erst aus dem Urlaub zurückgekehrt.
Und ich denke Nico hat die Sache schon ganz gut beantwortet (vielen Dank!). Genau so meine ich es. Wofür sollte ich bei so einem kompakten Gerät wie dem Handy denn noch einen extra Controller benötigen, wo das Handy selbst doch eigentlich schon einer ist. Genug Sensoren sind doch vorhanden. Ein Mikrofon, das Töne aufnehmen und auch auswerten könnte, eine Kamera die statische und Bewegtbild Daten auswerten kann und sogar Schnittstellen wie Bluetooth oder W-Lan könnten genutzt werden um Entfernungen zu anderen Geräten zu berechnen (über die Signalstärke) oder Verbindungen zu anderen Geräten aufzubauen. Und über zukünftige Elemente wie zum Beispiel GPS Empfänger in den Smartphones, mit denen sich die Position weltweit bestimmen ließe, werden die Möglichkeiten immer umfangreicher für innovative Bedienszenarien. Ganz so wie Nico es verstanden hat.
Siehe hierzu auch:
Gleichgewichtssinn für Handys
Nintendos erfolgreiche Spielkonsole “Wii” ist der Vorbote einer neuen Technik-Generation mit Beschleunigungs- und Gleichgewichtssensoren. So sollen auch Handy-Schnappschüsse künftig nicht mehr verwackeln - und Anrufe könnten aus dem Handgelenk geschüttelt werden.
http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,475223,00.html