Demonstration am Gänsemarkt!

Geschrieben von Bosse Kuellenberg am 15. Mai 2008. 
Kategorien: Allgemein, Skuriles

Vor einigen Wochen sind wir mit der Agentur ins “Lessignhaus” am Hamburger Gänsemarkt gezogen. Sehr schön übrigens. Anscheinend auch sehr beliebt bei Demonstranten. Wir bekommen auf dem Platz regelmäßig angekündigten Besuch der Pappenträger (ja, auch Werber – ich meine aber Demonstranten). Die “Free Tibet” Demonstranten sind momentan am eifrigsten und kommen gefühlt alle paar Tage. Das hat teilweise schon seinen ganz eigenen Charm, die Demonstrationen (teils für oder gegen die absurdesten Themen) so aus der Vogelperspektive zu beobachten.

Schön ist auch der zeitliche Ablauf:
Als erstes (und am pünktlichsten) erscheinen die Polizisten.
Diese müssen dann recht lange warten bis sie die Demonstranten (je nach Thema etwas besser organisiert und damit pünktlicher oder auch mit lässiger Verspätung) dann einfinden.
Mein persönliches Highlight: Die erschreckten Gesichter der ersten Ankömmlinge:
“Waaas? Wo sind denn die anderen alle?”
Naja, irgendwann sind dann die ersten – sagen wir mal 10 – Demonstranten am Start.
Man packt die Transparente und das Megafon aus und grübelt wie und wann man denn nun anfangen solle. Es muss schon seltsam sein: Um einen herum spielt das Leben genauso wie jeden Tag. Und jetzt auf Knopfdruck soll hier für eine gewisse behördlich akzeptierte Zeitspanne auf möglichst radikale und kompromisslose Weise (ja, so haben wir es gelernt) auf das eigene Anligen oder Thema aufmerksam gemacht werden. “Martin, fang du an!
Eintreffen der Journalisten (nur bei “hippen” Demos natürlich).
Ehrlich gesagt bin ich mir oft nicht sicher ob es echte Journalisten sind, die da kommen. Oft sind es, glaube ich, Demonstranten mit ihrem eigenen semiprofessionellen Video- oder Fotoequipment.
Falls auf diese Weise ausgerüstete Personen jedoch auftreten, dann versucht die Demonstrantengruppe natürlich ein gutes Bild abzugeben. Es wird diskutiert wer vorne stehen darf und wer in den Hintergrund muss. Man versucht die Personen möglichst kompakt anzuordnen um den Eindruck einer große Herde zu vermitteln und und und… Also ganz wie bei Hochzeitsgesellschaften wenn es ums Gruppenfoto geht.
Heute hätte ich die Demo fasst verpasst. Eigentlich sind mir eher die Polizisten mit ihren schicken Dienstfahrrädern aufgefallen. Ein wirklich kurioses Bild, das ich unbedingt einfangen wollte. Also habe ich mein MacBook Pro genommen und mich auf halsbrecherische Weise aus dem Fenster gelehnt (sah bestimmt auch kurios aus… ) um mit der integrierten Webcam diese Aufnahme zu machen.
Bitte fragt mich nicht, worum es genau ging. Ich glaube um “mehr Rechte für Tiere”.
Eine Minute nach meiner Aufnahme (Ich habe quasi den ekstatischen Höhepunkt mit Megafon-Einsatz gefilmt) war dann alles vorbei.
Nein, halt. Es gab noch einen “Fahrradkonvoi” mit Polizeieskorte durch die Innenstadtstrassen. Gut das die Polizei das ganze mit 3 Autos, 1 Mannschaftswagen und 2 Motorrädern eskortiert hat, man hätte die paar Fahrradfahrer (nicht alle 17 sind noch mitgefahren) sonst bestimmt leicht übersehen können…


Nachtrag: Ich überlege nun ein videografisches “Demo-Tagebuch” vom Gänsemarkt zu führen. Das wären bestimmt statistisch bahnbrechende Erhebungen.

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