Mobile Skin Tagging?
Weil wir gerade einen Beitrag zum Thema Mobile Tagging verfasst haben: die verrückteste Sache bisher kommt wohl von dieser jungen Dame. Sie hat sich einen Shotcode in den Nacken Tätowieren lassen. Wer findet heraus welche Infos verschlüsselt in diesem Code stecken?
Ladies & Gentleman, bitte schalten Sie die Handys ein!
Die Vorstellung, dass ein Dirigent vor dem Konzert dazu auffordert, doch bitte die Handys einzuschalten, dürfte bei dem einen oder anderen Leser ein wohliges Gruseln erzeugen. Mitunter kann daraus aber auch eine Konzertbegegnung der besonderen Art werden – so geschehen bei der Weltpremiere des "Concertino for Cellular Phones and Symphony Orchestra" von David A. Baker in Chicago. Ein "delightful" Event, wie die New York Times berichtet.
Die Idee eine solche Komposition zu beauftragen, hatte der musikalische Direkor des Chicagoer Orchestras Paul Freeman als er sich am Flughafen von Prag mit dem Chef-Dirigenten des Tcheschischen Symphonie Orchesters traf und dort den mobil telefonierenden Reisenden zuhörte. Ruhestörer, wie man sie an öffentlichen Plätzen immer wahrnimmt, die man aber normalerweise keinesfalls im Kino oder im Konzertsaal antreffen möchte. Aber warum diese nicht einmal in eine konzertante Aufführung einbinden? Frei nach dem Motto "If you can't beat them, join them."
Den Komponisten Mr. Baker hat wiederum insbesondere die Möglichkeite angesprochen, den Menschen über das Mobiltelefon ein Kontrollinstrument zu geben, um das Konzert bis zu einem gewissen Grad zu beeinflussen. Ein schöner Ansatz. Über ein Signalsystem – ähnlich der Ampel – wurden die Zuhörer aufgefordert Ihre Klingeltöne auf das Signal hin abzuspielen. Rot für die Logenbesucher, Grün für die Besucher in den unteren Rängen. Zu den Musikern gestellten sich außerdem noch drei Cellphonisten, die auf der Bühne Random-Ringtones abspielten. Dazu der Cellphonist Aaron Vandermeer, der vorher festgelegte und gespeicherte musikalischen Themen abspielte.
Eine nette Reputation für das Medium und den Jambaismus, auch wenn es sich zunächst um ein singuläres Ereignis handelt. Abgesehen davon stellt man sich die Komposition eher unattraktiv und chaotisch vor. Ein Versuch, dem alternden Klassik-Publikum mit einer kleinen Albernheit – vergleichbar mit der "Nokia Night Of The Proms" – einen zwanghaften aktuellen Bezug zu geben. Aber ich kann mich da auch irren.
Volks-Paparazzi jagen BILD Chef!
Massenmedium trifft Massenmedium. Darüber, dass BILD die massenhafte Verbreitung von Handy-Kameras bereits seit geraumer Zeit zu Werbe- und Content-Verwertungszwecken nutzt, darüber ist hier schon zurückhaltend berichtet worden. Die Volkspaparazzi-Aktion ist eine irgendwie folgerichtige Massnahme. Aber leider auch eine wenig sympathische.
Auch tauchte hier schon vorsichtig der (wahrscheinlich ursprünglich vor einigen Wochen in der Süddeutschen Zeitung geäußerte) Vorschlag auf, die Situation einfach umzumünzen und den Initiator der Aktion, nämlich den BILD Chef Kai Diekmann in allen Lebenssituationen aufzulauern und abzulichten. Jetzt wird's allerdings Ernst für die BILD Mädels und Jungs. Im guten alten BILD Jargon ruft BILDblog dazu auf, den Initiator zum Beispiel bei "Nasenbohren", "frisch verliebt auf Sylt" oder beim "Shopping" zu fotografieren. Mehr Informationen findet man dazu hier.
Selbstverständlich ist dieser Aufruf ebenso verurteilenswert wie die BILD Aktion. Natürlich. Teilnehmer dieses Fotoshootings müssen leider auch auf den lächerlichen Presseausweis verzichten, den die BILD Zeitung ihren Lesern als Dreingabe zum Selberbasteln anbot. So wie damals in der Mickey Mouse. Oder im YPS Heft.
