Die Galaxis besteht aus Tags?

Hier zählt wohl eher die Fingerfertigkeit in der Umsetzung als die Idee. Aber diese ist so gelungen und beachtenswert, dass ich um ein Posting nicht herumkomme.
Die Tag Galaxy beweist wie flüssig Flash mit fremdgeladenen Objekten umgehen kann. Schöne Umsetzung!
Honda “Test Drive” mit Quartz Composer für MacBooks

Über das Blog von C-Scout bin ich heute mal wieder auf eine schöne Umsetzung eines kreativen Programmierers aus Brasilien gestoßen. Raul Arantes hat für Honda eine virtuelle Testfahrt als Screensaver für MacBooks programmiert (bzw. ist dabei). Das besondere die Steuerung funktioniert über den im MacBook eingebauten “Sudden Motion Detector“.
Advertiser: Honda
Product or Service: Honda Motorcycles
Creative Director: Sergio Valente/Julio Andery
Art Director, Designer, Developer: Raul Arantes
Die Programmierung selbst scheint dabei relativ trivial. Im Endeffekt sind es zwei Layer: Eine Hintergrundebene die mir das Gefühl vermittelt auf einer abstrakten Strasse oder in einem Tunnel zu fahren (vorbeifliegende Elemente wie Wände, etc.) und eine Vordergrundebene mit dem Lenker des Bikes. Beide Ebenen richten sich aufgrund der Sensordaten des SMS aus und vermitteln so ein wahrscheinlich recht interessantes Gefühl für eine Motorradfahrt.
Das Ganze funktioniert natürlich nur auf MacBook. Und damit kommen wir zur wirklich interessanten Frage:
Lohnt sich der Aufwand?
Einerseits ist die Zielgruppe natürlich stark beschnitten, da alle PC-User und auch die User von Mac Desktop Rechnern ausgeschlossen werden.
Andererseits ist das Produkt sehr “sexy” was innerhalb der Zielgruppe wahrscheinlich einen recht hohen Anteil der User zum Download des Screensavers bewegen würde.
Und natürlich nicht zu verachten: Der PR-Effekt durch positive Berichterstattung, da es sich um “was neues” handelt.
Im Endeffekt kann es wirklich sein, das es sich sogar wirtschaftlich lohnt, etwas spannenderes für eine stark eingeschränkte Zielgruppe zu entwickeln, als einfach einen weiteren “langweiligen” Screensaver.
Ich denke: Lohnenswert!
Weitere Anwendungen:
Bubbleym (erstes Spiel das den Sudden Motion Sensor nutzt)
SMS Rotate (dreht den Bildschriminhalt je nach Lage des MacBook)
Carpenters Level (virtuelle Wasserwage als Widget)
eBay experimentiert mit “Mobile Tagging”
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"Mobile Tagging" – hat sich dieser Begriff eigentlich schon durchgesetzt? Schwer zu sagen. Jedenfalls versteht man darunter das bekleben oder auch bedrucken realer Gegenstände mit speziellen optischen Mustern, die von einem Handy mit geeigneter Software und eingebauter Kamera ausgelesen werden können und den optisch verschlüsselten Inhalt darstellen. Wem diese Formulierung nicht klar genug ist, der findet bei Wikipedia eine gute Einführung in die sogenannten Data Matrix Codes.
Im Normalfall werden in solchen Codes Website-URLs verschlüsselt, die sogleich vom Handy aufgerufen werden.
Wir befassen uns im Buch ausführlich mit dem Thema und sehen hier eine große Zukunft sowohl als Service-Element aber auch als Element von Marketing-Kampagnen und innerhalb größerer Werbekampagnen. Aktuell steht dem Erfolg noch eine zu geringe Verbreitung und Bekanntheit entgegen – das kann sich aber raschändern, denn neue Handys werden teilweise schon mit vorinstallierter Software zum Auslesen der Tags ausgeliefert.
Erste experimentierfreudige Firmen sind nun also dabei solche Matrixcodes (oder auch Tags) einzusetzen. Prominentes Beispiel: ebay!
Die Schweizer Firma connvision AG hat innerhalb des ebay-Entwicklerprogramms eine Schnittstelle zum Aufruf einzelner ebay-Produkte für ihre Tagging-Software Beetagg entwickelt.
Christoph Römer fragt im Handy Weblog nach dem Sinn einer solchen Anwendung. Seine Argumente sind nachvollziehbar: Wie hoch ist wohl die Wahrscheinlichkeit ein bei ebay angebotenes Produkt in der realen Welt zu finden (auf dem dann auch noch ein beetag klebt…)? Und selbst wenn – wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit das die Auktion noch läuft und noch innerhalb meines finanziellen Rahmens liegt. Tja – wohl ziemlich unwahrscheinlich.
Trotzdem. Wir freuen uns überjeden Vorstoß in diese Richtung. Außerdem sehen wir anders als connvision CEO Robin Maass eher bei ebay Shops oder findigen neuen Ideen – wie ein real existierendes Minikaufhaus, dass Produkte ohne Verkaufspersonal ausstellt und den Kauf online über das Handy abwickelt.
Mal sehen. Wie sich das ganz entwickelt. Die Software Beetagg lohnt jedenfalls so oder so einen Blick. Wir waren von der Geschwindigkeit und der Erkennungsrate höchst beeindruckt. Besser als die meisten Konkurenzprogramme und vor allem mit einer Echtzeiterkennung inklusive Anzeige im Handy-Display.
Übrigens experimentiert auch unsere Firma spielplatz.cc mit dem Einsatz von Matrix-Codes zu Marketing- und Werbezwecken. Wir werden dieses Thema also nicht aus den augen verlieren…
