Yahoo! will die Generation-Y mit mixd.com über das Handy organisieren

Yahoo! hat uns Anfang Dezember ganz still und heimlich nochmals mit einem neuen Social Networking Angebot überrascht. Überrascht deshalb, da sich das Ganze diesmal um das Mobiltelefon dreht. Per SMS (oder "txt-messaging") lassen sich spontan Gruppen mit anderen mir bekannten Freunden bilden. Zum Beispiel um sich gemeinsam zum Ausgehen für die nächsten Tage zu verabreden. Nun kann jedes Mitglied der Gruppe mit nur einer SMS an alle Anderen eine Antwort oder Infos senden. Im Hintegrund legt mixd für jede Gruppe eine Website an und sammelt dort auch alle Bilder und Videos, die die Gruppenmitglieder einsenden. So lässt sich das gemeinsame Erlebniss auch Tage später nochmals in Bild und Ton auskosten.

mixd

Einen Plan zur Refinanzierung des Angebots hat Yahoo! noch nicht. Der Dienst wird daher bisher leider auch nur in den USA angeboten. Mit einer europäischen Handynummer kommt man nicht einmal durch den Registrierungsprozess

Yahoo! hat jedenfalls für sich erkannt, das gemeinsame Erlebnisse überwiegend wohl nicht im Web stattfinden und sich Medien wie das Mobiltelefon deuttlich besser zur spontanen Nutzung eigenen. Trotzdem wird das Internet natürlich in keinster Weise überflüssig und die Integration einer eigenen und automatisch für die Gruppe generierten Seiten mit allen Bildern und Videos scheint konzeptionell gut gelungen.

Das Konzept zur Integration von Mobiltelefonen wird so langsam von der Gemeinde der Web 2.0 Aktivisten erkannt. Dementsprechend ist auch der Hype und das Medieninteresse, der sich diesbezüglich momentan ausbreitet. Eigentlich ein wenig überraschend, da es Dienste wie dodgeball.com in den USA schon etwas länger gibt.

hat in seinem Blog eine Aussage seitens Yahoo! veröffentlicht.

Yahoo spricht von einem Experiment, das an ausgewählten US-Universitäten angeboten werden soll. "Wir bieten es den Usern zunächst an, um zu sehen, wie sie das Produkt benutzen", erklärt Scott Gatz, Leiter von Yahoos Advanced Products Group. Mit dem Angebot Mixd mixd.yahoo.com soll die so genannte Generation Yers beziehungsweise Y, der Nachfolge-Generation der Generation X, angesprochen werden. Die 18- bis 26-jährigen gehören zu den intensivsten Nutzern der Datei-Funktionen ihres Mobiltelefons, wie eine Forrester-Studie ergab.

Web 2.0 mobilisiert mobile Inhalte

O.K. – es ist soweit. Der Web 2.0 Hype ist nun endgültig auch im Bereich "Mobile" angekommen.
Aber bitte: Wir möchten nun wirklich nicht gleich "Mobile 2.0" hören. Weshalb auch? Hier hat sich ja nicht soviel geändert. Bisher jedenfalls. Wer weiß – vielleicht werden wir selbst das "Mobile 2.0"-Zeitalter ja noch ausrufen. Dieses Jahr jedoch nicht mehr. Versprochen!

Bis dahin gibt es ein kleines Update, was im Internet so alles rund um unser liebstes Kommunikationsgerät (richtig: Das Handy!) entstanden ist. Viel Spaß beim anmelden, ausprobieren und bookmarken.

Mobunga: Sammelstelle für mobile Videos
Auf Mobunga werden Links zu Videos für iPod, PSP und Mobiltelefone per Thumbnail und kurzer Beschreibung aufgelistet und können bewertet, kategorisiert und mit anderen geteilt werden.
http://www.mobunga.com/

Fonpods: Podcasts auf dem Handy
Fonpods ist ein (bis auf die Mobilfunkgebühren) kostenloser Service, mit dem man Podcasts auf dem Handy abspielen kann. Man ruft dazu eine Nummer an und wählt den gewünschten Podcast aus seinen Favoriten aus.
http://www.fonpods.com

Jajah: Gratis Telefonie
Auf Jajah können angemeldete User untereinander gratis telefonieren, und zwar mit dem normalen Festnetztelefon. Für nicht-angemeldete User und neuerdings auch für Mobiltelefonie gibt es günstige Tarife. (Für die Mobiltelefonie muss eine spezielle Software installiert werden)
http://www.jajah.com

Smartpox: Community mit Bezug zur Offline-Welt
Smartpox arbeitet nach dem selben Prinzip wie Semapedia. URLs, E-Mail-Adressen und Telefonnummern können in eine Barcode-ähnliche Darstellung umgewandelt, (ausgedruckt) auf realen Gegenständen angebracht und per Mobiltelefon mit entsprechender Software eingelesen werden. Rund um diese Thematik ist eine Community mit den üblichen Kontakt/Kommentarfeatures gebaut.
http://www.smartpox.com

LogMyJourney: Sicherheit auf Reisen erhöhen
LogMyJourney ist ein Dienst aus England, mit dem man auf Reisen Textnachrichten in ein spezielles “Log” senden kann. Dadurch kann man jeweils festhalten, wo man gerade ist oder z.B. in welches Taxi man gerade gestiegen ist und erhöht die eigene Sicherheit, da Angehörige so immer den Status der Reise mitverfolgen können.
http://www.logmyjourney.com

Rebtel: Auslandstelefonate verbilligen
Rebtel ist ein Dienst, der zwei Telefon-Gesprächspartnern (Mobil oder Festnetzt) in unterschiedlichen Ländern lokale Nummern zuweist, per VoIP eine Verbindung herstellt und dadurch eine günstige Alternative zu Roaming-Tarifen anbietet.
http://www.rebtel.com

Hotxt: Neue Form der SMS-Nachrichten
Hotxt ist ein Dienst aus England, mit dem man (nach Installation einer Software auf dem Mobiltelefon) SMS-Nachrichten über GPRS verschicken kann. Die Nachrichtenlänge ist dabei nahezu unbegrenzt und die Kosten sind deutlich geringer als bei normalem SMS-Versenden. Zusätzlich kann man noch festlegen, von wem (und von wem nicht) man Nachrichten bekommen möchte.
http://hotxt.co.uk

zeec: Bild- und Filmcommunity mit mobilen Features
Fotohandy- und Digitalkamera-Besitzern bietet zeec ein Forum, um persönliche Erlebnisse in Form von Bildern und Filmen mit Freunden zu teilen. Registrierte Benutzer können auf Community Funktionen zurückgreifen. Hinzu kommt Unterstützung für nahezu jedes Mobiltelefon, z.B. per Nokia Lifeblog.
http://www.zeec.de

SoonR: Zugriff auf den PC per Mobiltelefon
Mit Soonr kann man (eine Desktop-Software, die auf dem PC installiert sein muss, vorausgesetzt) gesichert mit dem Mobiltelefon auf seinen Home-PC zugreifen. Möglich ist auch eine Nutzung von Outlook und Skype.
http://www.soonr.com

Portable Playlist: Online Audio Player
Mit Portable Playlist kann man Playlists seiner Lieblings-Podcasts und Audiofiles erstellen und von jedem Computer mit Internetzugang zugreifen.
http://www.portableplaylist.com

Webaroo: Offline Suchmaschine
Webaroo speichert relevanten Content in sogenannten “Web Packs”, die man auf seinen PDA oder Mobiltelefon herunterladen kann, um dann darin offline nach Inhalten suchen zu können.
http://www.webaroo.com

Where: Mobile Community
Where ist eine Community, bei der man Fotos von Mobiltelefonen einstellen, nachbearbeiten und anderen zeigen kann. Über eine MySpace-Integration können Diashows erstellt werden.
http://www.where.com

Rabble: Moblog Community
Rabble stellt eine Applikation für Handys zur Verfügung, über die man unterwegs Berichte, Fotos und News zu lokalen Themen erfassen und in eigenen “Channels” publizieren kann. [Momentan nicht im deutschsprachigen Raum verfügbar]
http://www.rabble.com

LifeLogger: Weblog-Service
LifeLogger ist ein gehosteter Blog-Service mit Foto-, Video- und Audio-Sharing, Privatnachrichten und Mobile-Integration. Kostenlos bei bis zu 100MB pro hochgeladener Datei und insgesamt 150 Dateien/Monat.
http://www.lifelogger.com

Semapedia: Wikipedia-Artikel über Semacodes mit realen Objekten verknüpfen
Mit Semapedia kann man Wikipedia-Artikel mit einem Barcode-ähnlichen Muster verknüpfen. Dieses Muster kann man ausdrucken und an den zum Artikel passenden Orten platzieren. Dort können dann Interessierte mit einem Foto-Handy das Muster fotografieren und sich mit Hilfe einer speziellen Software den entsprechenden Wikipedia-Artikel im Handydisplay anzeigen lassen.
http://www.semapedia.org

Diese und weitere Web 2.0 Konzepte jeglicher Art findet man gut geordnet auf dieser Seite.

Vernetzte Kommunikation auf Flughäfen: Projekt E-Cab

Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Europäischen Union arbeiten über 30 Partner aus Industrie und Wissenschaft daran, die mobilen Devices der Fluggäste mit den Rechnern der Fluggesellschaften zu einem digitalen Netz zusammen zu schalten. Insbesondere den Mobiltelefonen und drahtlos kommuniziernden Rechnern der Passagiere kommen dabei eine besondere Rolle zu.

 E-Cab steht laut Süddeutscher Zeitung vom 7./8.2006 als Projekttitel offiziell für:

"(…) elektronisch ausgestattete Kabine und zugehörige Logistik für verbesserte Passagierdienste und Effizienz der Betreibsabläufe".

Mit anderen Worten: Mit Hilfe des digitalen Netzes zwischen den Rechnern sollen die Passagiere in Zukunft schneller abgefertigt und Gepächstücke besser verfolgt werden können. Dazu müssen allerdings die Mobiltelefone , PDAs und Notebooks der Reisenden erst mit speziellen Programmen ausgestattet werden, welche eine stabile Verbindung zu den Computern im Check-In-Schalter, zu den Buchungsservern oder den Rechner an Bord des Flugzeugs zulassen. Lange Warteschlangen sollen unter anderem durch den Einsatz von E-Tickets vermieden werden, welche am Schalter auf das mobile Device des Passagiers gesendet werden, um dann später an der Boarding-Schranke aus dem Gerät wieder ausgelesen zu werden. Das Auffinden verlorener Koffer soll zukünftig über RFID-Chips besser koordiniert werden, die beim Einchecken auf das Gepächstück geklebt werden. Außerdem sollen die Reisenden weitere Funktionen nutzen können, wie z.B. Ihre Menü-Wünsche an den Bordrechner des A380 übermitteln. Das alles ist im Gedankenansatz nicht neu, nun werden diese Ideen jedoch erstmals konsequent gemeinsam vernetzt. Die technische Herausforderung liegt laut dem Bremer Informatikprofessor und Projektleiter Jan Peleska darin, alle Geräte miteinander kommunizieren zu lassen.

Wir sehen: Die Idee der Vernetzung der mobilen Devices und digitalen Assistenten mit denen der Unternehmen nimmt bereits deutlich Gestalt an, auch wenn hier zunächst sicherlich nicht an eine kommerzielle, werbliche Verwertung gedacht ist. Wir können aber festhalten, dass sich die Konsumenten über solche ubiquitären Anwendungen, in kürzester Zeit an den Umgang mit diesen Technologien – wie RFID, E-Tickets, das Herunterladen von Zusatzprogrammen für das Handy, die beiläufige Nutzung vieler Dienstleistungen – gewöhnen werden. Das ist gut für uns. Besonders, wenn wir in Zukunft Geschichten auf neue, überraschende Art und Weise erzählen wollen.