Welteroberungsgedanken

Marita und ich reisen ja sehr gerne. Das lässt man sich auch einiges kosten – aber hey, es geht immerhin darum den Planeten auf den wir leben kennen zu lernen. Also pirscht man sich strategisch ganz nach Lust und Laune von einer schönen Ecke auf der Welt in die nächste voran.

Das schwierigste ist dabei natürlich immer die Frage nach dem nächsten Reiseziel. Man will ja etwas “neues” entdecken und doch ein wenig “Gewissheit” das es die Reise auch wert sein wird … Ein nicht immer einfaches Thema in der Grauzone zwischen touristischem Kommerz und abenteuerlicher Einsamkeit.

Und irgendwann will man bei einem Glas Rotwein dann natürlich die “Beute zählen” und mal sehen, wie weit man jetzt eigentlich schon gekommen ist mit dem Plan “Weltentdeckung”. Da ich mir wirklich keinen von diesen beleuchteten Plastikglobussen Plastikgloben (uups… der Cosmopolit hüstelt verschnupft) in’s Wohnzimmer stellen möchte darf, hatte ich schon an eine Weltkarte gedacht, in der man dann mit gewissen “Kolonialgehabe” seine kleinen Pins in die “eroberten” Städte und Gebiete rammen darf. Aber auch das wirkt im Wohnzimmer an der Wand auf Besucher immer etwas verstörend… ;-)

Zufällig habe ich nun bei tripadvisor das Ganze als digitalen Google Maps Mash-Up gefunden.

Danke, tripadvisor! Jetzt kann ich mich mit einem guten Glas Rotwein vor meinem Mac setzen, dazu in iPhoto erinnerungen Schwelgen und gleich noch den nächsten Trip planen.
Ich glaube als nächstes ist mal Südamerika dran – quasi noch ein weisser Fleck auf der Karte…

Mob 2.0 – ein Interview mit Jaron Lanier

Ich weiß ja nicht, wie es unseren Lesern geht, aber den Gebrauch des Begriffs Web 2.0 empfinden wir schon seit geraumer Zeit etwas anstrengend. Dieses vermeitliche Gütesiegel wird mittlerweile beinahe jedem Konzept, jeder Strategie, jedem Kongress umgehängt. Einfach weil es so einfach ist. Plötzlich ist man wieder hip und – wie es immer so schön heißt: "modern". Allein, es wird zu wenig darüber diskutiert. In Brand's new Toy diskutieren wir ausführlicher die Rolle des Mobiltelefons bei der Erstellung von Consumer Generated Content auf dem Handy. Schnell kann man sein Fotos via Mobile in seinen Flickr Account senden, um diesen der erstaunten Weltöffentlichkeit zu präsentieren. So weit. So gut. Ebenso interessant ist in diesem Zusammenhang natürlich die Frage wie Brands von diesem Content profitieren können. Erleben wir den Anbruch eines neuen Zeitalters, in dem Marken ihre Gestaltungshoheit an die neue Majestät Konsument abgegeben?

 Jaron Lanier, der selbst an einigen der aktuellen Sensatione wie Second Life maßgeblich mitgewirkt hat, äußert sich kritisch über die Euphorie zum Phänomen "Wisdom Of The Crowd" (benannt nach dem gleichnamigen Buch von James Surowiecki). Hier werden die Entscheidungen des Menschen-Schwarms über die des genialen Einzelnen gesetzt. Massen treffen die besseren Entscheidungen als einzelne Fachleute, so die These. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 13. Dezember 2006 bekennt sich der Netz-Pionier zu den positiven Aspekten der Online-Enzyklopädien und Internettagebüchern, bügelt jedoch Hoffnungen auf eine Heilsbotschaft des Web 2.0 gehörig ab: "Es gibt keine Schwarmintelligenz". Im Gründe könne jedermann das Web dazu nutzen, Massen zu verführen und zu manipulieren, so die Jaron Lanier. "Das Internet läuft Gefahr eine Monokultur zu unterstützen". Der Grund dafür liegt nicht darin, dass jemand manipulieren will. Er ist vielmehr in einer sich falsch entwickelnden Technik zu suchen:

"Internet basiert auf einer Technologie. Diese schlägt ein System vor, in welchem Menschen ihre Identitäten verlieren und Teil eines neuen Massenmediums werden sollen. Es wird eine Art Erlösung behauptet, wenn jemand anonyme Artikel für die Online-Enzyklopädie Wikipedia einstellt oder in anderen Datenbanken Photos und Videos teilt. Momentan ist das alles noch harmlos. Aber in 10 oder 20 Jahren, werden wir komplett darin eingetaucht sein. Das Internet wird alles vermitteln. Darin liegt die Gefahr (…) Das einzig Positive am Internet (…) besteht darin, dass es möglichst viele kreative Menschen Individuen schnell und unkompliziert zusammen bringen kann. Aber dann müssen die Leute außerdem noch eine gute Idee haben und anschließend hart arbeiten, um die Idee zu einem marktfähigen Produkt zu machen."

User generated Content hin oder her. Nicht nur Werbekreative werden also auch in 10-20 Jahren noch gebraucht. 

.

 

Yahoo! will die Generation-Y mit mixd.com über das Handy organisieren

Yahoo! hat uns Anfang Dezember ganz still und heimlich nochmals mit einem neuen Social Networking Angebot überrascht. Überrascht deshalb, da sich das Ganze diesmal um das Mobiltelefon dreht. Per SMS (oder "txt-messaging") lassen sich spontan Gruppen mit anderen mir bekannten Freunden bilden. Zum Beispiel um sich gemeinsam zum Ausgehen für die nächsten Tage zu verabreden. Nun kann jedes Mitglied der Gruppe mit nur einer SMS an alle Anderen eine Antwort oder Infos senden. Im Hintegrund legt mixd für jede Gruppe eine Website an und sammelt dort auch alle Bilder und Videos, die die Gruppenmitglieder einsenden. So lässt sich das gemeinsame Erlebniss auch Tage später nochmals in Bild und Ton auskosten.

mixd

Einen Plan zur Refinanzierung des Angebots hat Yahoo! noch nicht. Der Dienst wird daher bisher leider auch nur in den USA angeboten. Mit einer europäischen Handynummer kommt man nicht einmal durch den Registrierungsprozess

Yahoo! hat jedenfalls für sich erkannt, das gemeinsame Erlebnisse überwiegend wohl nicht im Web stattfinden und sich Medien wie das Mobiltelefon deuttlich besser zur spontanen Nutzung eigenen. Trotzdem wird das Internet natürlich in keinster Weise überflüssig und die Integration einer eigenen und automatisch für die Gruppe generierten Seiten mit allen Bildern und Videos scheint konzeptionell gut gelungen.

Das Konzept zur Integration von Mobiltelefonen wird so langsam von der Gemeinde der Web 2.0 Aktivisten erkannt. Dementsprechend ist auch der Hype und das Medieninteresse, der sich diesbezüglich momentan ausbreitet. Eigentlich ein wenig überraschend, da es Dienste wie dodgeball.com in den USA schon etwas länger gibt.

hat in seinem Blog eine Aussage seitens Yahoo! veröffentlicht.

Yahoo spricht von einem Experiment, das an ausgewählten US-Universitäten angeboten werden soll. "Wir bieten es den Usern zunächst an, um zu sehen, wie sie das Produkt benutzen", erklärt Scott Gatz, Leiter von Yahoos Advanced Products Group. Mit dem Angebot Mixd mixd.yahoo.com soll die so genannte Generation Yers beziehungsweise Y, der Nachfolge-Generation der Generation X, angesprochen werden. Die 18- bis 26-jährigen gehören zu den intensivsten Nutzern der Datei-Funktionen ihres Mobiltelefons, wie eine Forrester-Studie ergab.

Web 2.0 mobilisiert mobile Inhalte

O.K. – es ist soweit. Der Web 2.0 Hype ist nun endgültig auch im Bereich "Mobile" angekommen.
Aber bitte: Wir möchten nun wirklich nicht gleich "Mobile 2.0" hören. Weshalb auch? Hier hat sich ja nicht soviel geändert. Bisher jedenfalls. Wer weiß – vielleicht werden wir selbst das "Mobile 2.0"-Zeitalter ja noch ausrufen. Dieses Jahr jedoch nicht mehr. Versprochen!

Bis dahin gibt es ein kleines Update, was im Internet so alles rund um unser liebstes Kommunikationsgerät (richtig: Das Handy!) entstanden ist. Viel Spaß beim anmelden, ausprobieren und bookmarken.

Mobunga: Sammelstelle für mobile Videos
Auf Mobunga werden Links zu Videos für iPod, PSP und Mobiltelefone per Thumbnail und kurzer Beschreibung aufgelistet und können bewertet, kategorisiert und mit anderen geteilt werden.
http://www.mobunga.com/

Fonpods: Podcasts auf dem Handy
Fonpods ist ein (bis auf die Mobilfunkgebühren) kostenloser Service, mit dem man Podcasts auf dem Handy abspielen kann. Man ruft dazu eine Nummer an und wählt den gewünschten Podcast aus seinen Favoriten aus.
http://www.fonpods.com

Jajah: Gratis Telefonie
Auf Jajah können angemeldete User untereinander gratis telefonieren, und zwar mit dem normalen Festnetztelefon. Für nicht-angemeldete User und neuerdings auch für Mobiltelefonie gibt es günstige Tarife. (Für die Mobiltelefonie muss eine spezielle Software installiert werden)
http://www.jajah.com

Smartpox: Community mit Bezug zur Offline-Welt
Smartpox arbeitet nach dem selben Prinzip wie Semapedia. URLs, E-Mail-Adressen und Telefonnummern können in eine Barcode-ähnliche Darstellung umgewandelt, (ausgedruckt) auf realen Gegenständen angebracht und per Mobiltelefon mit entsprechender Software eingelesen werden. Rund um diese Thematik ist eine Community mit den üblichen Kontakt/Kommentarfeatures gebaut.
http://www.smartpox.com

LogMyJourney: Sicherheit auf Reisen erhöhen
LogMyJourney ist ein Dienst aus England, mit dem man auf Reisen Textnachrichten in ein spezielles “Log” senden kann. Dadurch kann man jeweils festhalten, wo man gerade ist oder z.B. in welches Taxi man gerade gestiegen ist und erhöht die eigene Sicherheit, da Angehörige so immer den Status der Reise mitverfolgen können.
http://www.logmyjourney.com

Rebtel: Auslandstelefonate verbilligen
Rebtel ist ein Dienst, der zwei Telefon-Gesprächspartnern (Mobil oder Festnetzt) in unterschiedlichen Ländern lokale Nummern zuweist, per VoIP eine Verbindung herstellt und dadurch eine günstige Alternative zu Roaming-Tarifen anbietet.
http://www.rebtel.com

Hotxt: Neue Form der SMS-Nachrichten
Hotxt ist ein Dienst aus England, mit dem man (nach Installation einer Software auf dem Mobiltelefon) SMS-Nachrichten über GPRS verschicken kann. Die Nachrichtenlänge ist dabei nahezu unbegrenzt und die Kosten sind deutlich geringer als bei normalem SMS-Versenden. Zusätzlich kann man noch festlegen, von wem (und von wem nicht) man Nachrichten bekommen möchte.
http://hotxt.co.uk

zeec: Bild- und Filmcommunity mit mobilen Features
Fotohandy- und Digitalkamera-Besitzern bietet zeec ein Forum, um persönliche Erlebnisse in Form von Bildern und Filmen mit Freunden zu teilen. Registrierte Benutzer können auf Community Funktionen zurückgreifen. Hinzu kommt Unterstützung für nahezu jedes Mobiltelefon, z.B. per Nokia Lifeblog.
http://www.zeec.de

SoonR: Zugriff auf den PC per Mobiltelefon
Mit Soonr kann man (eine Desktop-Software, die auf dem PC installiert sein muss, vorausgesetzt) gesichert mit dem Mobiltelefon auf seinen Home-PC zugreifen. Möglich ist auch eine Nutzung von Outlook und Skype.
http://www.soonr.com

Portable Playlist: Online Audio Player
Mit Portable Playlist kann man Playlists seiner Lieblings-Podcasts und Audiofiles erstellen und von jedem Computer mit Internetzugang zugreifen.
http://www.portableplaylist.com

Webaroo: Offline Suchmaschine
Webaroo speichert relevanten Content in sogenannten “Web Packs”, die man auf seinen PDA oder Mobiltelefon herunterladen kann, um dann darin offline nach Inhalten suchen zu können.
http://www.webaroo.com

Where: Mobile Community
Where ist eine Community, bei der man Fotos von Mobiltelefonen einstellen, nachbearbeiten und anderen zeigen kann. Über eine MySpace-Integration können Diashows erstellt werden.
http://www.where.com

Rabble: Moblog Community
Rabble stellt eine Applikation für Handys zur Verfügung, über die man unterwegs Berichte, Fotos und News zu lokalen Themen erfassen und in eigenen “Channels” publizieren kann. [Momentan nicht im deutschsprachigen Raum verfügbar]
http://www.rabble.com

LifeLogger: Weblog-Service
LifeLogger ist ein gehosteter Blog-Service mit Foto-, Video- und Audio-Sharing, Privatnachrichten und Mobile-Integration. Kostenlos bei bis zu 100MB pro hochgeladener Datei und insgesamt 150 Dateien/Monat.
http://www.lifelogger.com

Semapedia: Wikipedia-Artikel über Semacodes mit realen Objekten verknüpfen
Mit Semapedia kann man Wikipedia-Artikel mit einem Barcode-ähnlichen Muster verknüpfen. Dieses Muster kann man ausdrucken und an den zum Artikel passenden Orten platzieren. Dort können dann Interessierte mit einem Foto-Handy das Muster fotografieren und sich mit Hilfe einer speziellen Software den entsprechenden Wikipedia-Artikel im Handydisplay anzeigen lassen.
http://www.semapedia.org

Diese und weitere Web 2.0 Konzepte jeglicher Art findet man gut geordnet auf dieser Seite.

scoopt.com: Hier werde ich Citizen Journalist

In Bryan Singers aktueller Comic Verfilmung "Superman Returns" fordert ein ausgerasteter Herausgeber Perry White seine Reporter auf, ihm endlich mal wieder eine gute Titel-Reportage über den Mann aus Stahl zu bringen. Eine Heldentat – am besten mit aufregenden Fotos garniert. Nun verfolgen Journalisten heutzutage nicht tagelang eine einzige Geschichte (genauso wenig wie sich deutsche Kriminalinspektoren nicht wochenlang nur um einen einzigen Fall kümmern). Metropolis ist groß und man kann seine Augen ja auch nicht überall haben. Dass Perry White trotzdem zu seinem exklusiven Material kommt, verdankt er einem Schüler, der – zur rechten Zeit am rechten Ort – eine Heldentat Supermans mit seiner Handy-Kamera dokumentiert. Das Bild ziert einen Tag später die Titelseite des Daily Planet.

Wie hat der Junge das bloß gemacht? Wir vermuten, er hat sein Bild einfach bei scoopt.com hochgeladen, wo es wenig später ein Redakteur fand, der dem Nachwuchsreporter daraufhin hoffentlich ein ordentliches Honorar überwiesen hat.

Ein ähnliches Angebot macht die Bild-Zeitung ihren Lesern und fordert diese aktiv auf, Paparazzi-Fotos von ihren Helden zu machen. Die Probleme, die sich daraus ergeben, liegen auf der Hand: Noch mehr langweilige Privat-Fotos von ungeschminkten Filmschauspielern und noch mehr genervte Prominente. Als Gegenmaßnahme schlugen Kritiker vor, einfach dem Bild Chef Kai Dieckmann vor der Haustüre aufzulauern und ihn möglichst oft mit der Handy-Kamera abzulichten. Gute Idee!